Seide & Baumwolle

Der Norden und der Nordosten beheimtet viele unterschiedliche Ethnienmit jeweils ganz eigenem Stil zu weben und zu färben. Die im Laufe der Jahrhunderte kultivierte Baumwolle und Seide wurde für die selbstproduzierte Kleidung verwendet, gestaltet mit traditionellen Mustern gestaltet, gefärbt mit lokalen Naturfarbstoffen und oft mit Silber-und Goldfäden verwoben.


Der Nordosten ist der größte Züchter von Maulbeerseidenraupen, die eine nur in Thailand vorkommende einzigartige blassgelbe-goldene Seide produzieren. Gelbe Seidengarne sind kürzer, und die handgewebten Seidenstoffe sind weicher, glänzender und feingeknoteter als andere Seidenstoffe. Die verschiedenen Webtechniken - Mudmee (Ikat), Khid (mit kontinuierlichen Querfaden) und Jok (unterbrochener Querfaden) - gepaart mit weichen, natürlichen Farbstoffen und einer Vielzahl von Mustern machten die Thai-Seide für ihr Aussehen und ihre hautfreundlichen Eigenschaften auf der ganzen Welt berühmt.


Baumwollproduktion ist im ganzen Norden weit verbreitet. Auch hier gibt es verschiedene Webtechniken, Muster und Farben ähnlich wie bei der Seide. Mor Hom, der tiefblaue Baumwollstoff, der für die Arbeitskleidung der Bauern des Nordens benutzt wird, als auch markante Bergvolk-Kostüme sind traditionelle Produkte der Baumwollverarbeitung. Die Frauen der Ethnien in den Bergen fertigen ihre Kleidung selbst und werden schon in jungen Jahren in der Webkunst unterrichtet. Jeder Stamm hat seine eigenen uralten Muster, verziert mit aufwendigen Stickereien. Um den Anforderungen der Mode nachzukommen, produzieren viele Ethnien heutzutage Seide und Baumwolle, die den Vorgaben professioneller Textildesigner folgt.


Im Süden Thailands spiegeln die bunten, handbemalten Batiken die Einflüsse des benachbarten Malaysias und Indonesiens. Hier haben die vorwiegend muslimischen Gemeinden ihre eigenen Schöpfungen kreiert, unter anderem z. B. die bestickten Schals für Damen und die Kapi Yor-Hüte für Männer.