Töpferwaren und Keramiken

Thai-Töpferwaren und Keramiken sind in ganz Asien bekannt. Sie haben ihren Ursprung in der Handarbeit der Dorfgemeinschaften. Die ersten Töpferwaren verweisen auf die Anfänge der Zivilisation in Ban Chiang im Nordosten von Thailand, wo Töpfe und Urnen erstmals vor über 6000 Jahren hergestellt wurden.


Chinesische Handwerker entwickelten durch neue Techniken Töpferwaren von einfachen Gebrauchsgegenständen zu attraktiven Verkaufsprodukten. Sie errichteten Öfen für Seladon-Steinwaren in der Provinz Sukhothai; dabei nutzen sie Pflanzenasche, um der Glasur eine weiche grüne Farbe zu geben. Es entstanden wertvolle Töpfe, Geschirr und Geschenkartikel. Auch die Herstellung von Bencharong, eine Keramik mit Mustern aus fünf Grundfarben,  lackiert und mit einem Goldrand abgeschlossen, geht auf das Wissen der Chinesen zurück.

 


Ton ist für das Thailändische Handwerk ein wichtiger Rohstoff. Aus dem roten Ton der Ratchaburi-Provinz werden die berühmten großen Wasserkrüge und Töpfe, und aus dem eisenreichen fast schwarzem Ton von Dan Kwian die hitzebeständigen Gefäße für den Gebrauch im Freien erzeugt. Der leichte helle Ton von Koh Kred wird von den Mon-Gemeinden zu Terrakotta-Haushaltswaren und Souvenirs verarbeitet. Doch erst die riesigen Vorkommen an weißen Kaolin-Ton in der Provinz Lampang ermöglichten die Entwicklung einer umfangreichen Keramik-Industrie in Nord-Thailand.

 


Heute hat sich die Keramik-Industrie sehr schnell ausgeweitet, kleinere Unternehmen und ganze Dorfgemeinschaften erstellen weiterhin mit den über die Generationen weitergegebenen Fertigkeiten handgemachte Haushalts-und Geschenkartikel zum Verkauf. Ausbildungszentren wie das Bangsai-Kunst- & Handwerkszentrum in der Provinz Ayutthaya haben die traditionellen Fähigkeiten wiederbelebt. Sie lehren Gemeinden, mit Keramiken für ein zusätzliches Einkommen zu sorgen; dafür werden Handwerksmeister eingestellt, die farbenfrohe, moderne Designs entwickeln, um mit den Produkten auf internationalen Märkten zu bestehen.